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Sonntag, 10. November 2013

Wasserfall bei Faial de Terra

Heute möchten wir uns den Wasserfall in Faial de Terra anschauen. Wir fahren mit dem Auto durch unzählige kleine Ortschaften und suchen erfolglos die Schnellstraße, welche scheinbar keine Zufahrten für diese winzigen Orte besitzt.
Je näher wir unserem Ziel im Osten der kleinen Insel kommen, um so mehr aufgemotzte Autos kommen uns entgegen. Einem Boliden können wir gerade noch ausweichen; beide Insassen waren durch eine große Karte abgelenkt. Mit dem Schreck in den Knochen erreichen wir das Dorf Faial de Terra, welches heute aber größtenteils wegen einer Motorsport-Rallye gesperrt ist.
Der Wanderweg beginnt bei einer Ansammlung winziger, alter Häuser. Ein Schäferhund bellt uns unaufhörlich aggressiv an; der arme ist den ganzen Tag alleine an einer 1,5m langen Leine. Im Hinterhof sehen wir erstaunt, dass dort Bananen angebaut werden.
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Hier wachsen im Hinterhof Bananen.
Wir folgen dem steilen Teerweg, der zunehmend mit Pflastersteinen versehen ist. Bald blicken wir tief in das Tal hinab und gelangen auf eine Anhöhe mit historischen Häusern der Einheimischen und kleinen Plantagen (hauptsächlich Mandarinen). Hier wohnt schon lange niemand mehr und die Natur hat die Behausungen aus grobem Vulkangestein zurück erobert.
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Aus dem Teerweg wird nun ein schmaler Trampelpfad, der links von einer dichten Böschung und rechts von einem steilen Abhang umfasst wird. Der Abhang ist nicht als solcher erkennbar, da die Baumkronen hoher Pflanzen einen trügerischen Teppich bilden.
Der Pfad geht immer tiefer in einen Wald, der zumindest mich an den Beginn der Regenwälder in Neuseeland erinnert.
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Ein Zaun als Schutz vor dem trügerischen Pflanzenteppich ist eher die Ausnahme.
Dann erreichen wir eine schmale Lichtung, wo der ca. 7m hohe Wasserfall fast leise plätschert. Das sanfte Licht der Abenddämmerung bricht durch die Walddecke und ich erwarte, dass jeden Moment ein paar Elben vorbei spazieren.
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Die Abenddämmerung mahnt zur Rückkehr.

Wir setzen den Wanderpfad fort, der sich entlang des entstandenen Flusses schlängelt. Der Wald, der Weg (und so ziemlich alles was man erblickt) ist vermoost. Der Weg endet bei einer verwaisten Bewässerungsanlage für das Dorf. Wir gehen vorsichtig am noch immer aggressiven Hund vorbei und fahren zurück nach Ponta Delgada, wo wir es uns mit einem Kebab aus der Pizzeria ("Yes, Sir") bei einem Film gemütlich machen.

Samstag, 9. November 2013

Wanderung zum Kratersee Sete Cidades

Wir stehen 8:00 Uhr auf und fahren nach dem Frühstück direkt zum Aussichtspunkt von gestern. Das Wetter ist perfekt und wir genießen den klaren Himmel, der einen fantastischen Blick auf Sete Cidades ermöglicht. Bei Tageslicht sind die zwei Seen deutlich besser zu erkennen und ergeben das typische Bild, welches auf jeder zweiten Postkarte von Sao Miguel zu erkennen ist.
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Das typische Postkartenmotiv: Der Blick in die Caldeira.
Wir beginnen den Wanderweg, den wir gestern bereits mit dem Auto begonnen haben und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Während rechts der Kratersee mit immer neuen Impressionen lockt, geht es links auch steil bergab mit einem Blick auf das endlos weite Meer. Der Weg selbst ist mit vielen bunten Blüten (hauptsächlich Hyazinthen) gespickt.
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Hyazinthen blühen hier überall.
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Wir beobachten, wie zwei Burschen mit Hilfe eines Traktors 3 Kühe die steile Wiese hinauf treiben. Diese freilaufenden Kühe mit täglicher Bewegung müssen bestimmt die glücklichsten ihrer Art sein...
Nach einem stetigen Abstieg mündet der Wanderweg auf einer kurvigen Landstraße ohne Fußweg. Wir haben Glück und es herrscht so gut wie kein Verkehr. Dann biegen wir in einen Feldweg ein, der bald zu einem steilen und etwas rutschigen Waldweg wird. Mit diesem Weg dürften selbst kräftige Forstfahrzeuge zu kämpfen haben.
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Endlich unten angekommen, befinden wir uns direkt im Dorf. Es ist (wie fast alle Dörfer auf Sao Miguel) komplett in weiß gehalten, mit schönen Häusern besetzt und extrem ruhig. Hier wird tatsächlich noch sichtbar Landwirtschaft betrieben - überall sind kleine Kälber an einen Pflock gebunden und es fahren einige Traktoren gemütlich an uns vorbei. Die Bewohner scheinen genug von vorbei spazierenden Touristen zu haben, denn sie ignorieren uns komplett.
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In Setes Cidades sind die Häuser alle in einwandfreiem Zustand.
Der See selbst wirkt von nahem relativ unspektakulär und so machen wir erst einmal eine Verpflegungspause. Laut offiziellem Wanderführer sind wir am Ende des Wanderwegs und sollen wieder denselben Weg zurück gehen. Wir forschen etwas mit Google Maps und finden einen verborgenen Forstweg, der angeblich direkt wieder hoch zu unserem Parkplatz auf dem Kraterrand führt.
Jetzt ziehen dunkle Wolken auf und wir machen uns rasch auf den Weg. Dabei werden wir von einem Pferdekarren mit Milchkannen überholt, der denselben Weg hat und zwei Kilometer weiter seine Kühe melkt.
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Dieses Gefährt hat wirklich einen geringen CO2-Ausstoß.
Der Forstweg hat keine Markierung und ist wirklich steil. Beim Blick ins Tal entdecken wir optimale Bedingungen für ein Echo - es gibt wirklich einen 6fachen Widerhall! Oben angekommen mündet der Forstweg tatsächlich auf unseren eigentlichen Wanderweg und wir können direkt mit dem Auto weiterfahren. Wir fragen uns, warum diese Variante in keinem der offziellen Wanderpläne Berücksichtigung findet.
Etwas erschöpft im Auto sitzend, fahren wir nach Mosteiros und setzen uns an eine Art Strand mit groben Gesteinsbrocken, wo wir mit Eis und anderen Leckereien bewaffnet den Sonnenuntergang beobachten, während das Meer mit schönen Wellen gegen die riesigen Felsformationen im Meer kracht.
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Die Heimfahrt ist etwas abenteuerlich, da uns in der Dunkelheit vereinzelt Fußgänger auf den verschlungenen Landstraßen entgegen kommen, die auch hier keinen Fußweg haben und somit ungeschützt und unsichtbar hinter jeden Kurve verborgen sein können. Wieder im Hotel bedienen wir uns am dortigen Buffet-Angebot und sind dankbar, eine Alternative zum Üblichen "Reis & Pommes & X"-Menü zu bekommen. Nach diesem Tag sind wir entsprechend sehr müde und schlafen wie zwei Steine.

Freitag, 8. November 2013

Entspannen in Ponta Delgada

Heute ist uns die Wetterfee nicht günstig gesonnen - es ist bereits morgens draußen komplett grau und der Himmel ist mit verdächtig dunklen Wolken behangen. Wir hängen im Hotelzimmer herum, schauen Filme und arbeiten an der Dissertation bis zum frühen Nachmittag.
Dann lichten sich die Wolken und wir spazieren in die Stadt. Wir wagen uns an einen der Hotdog-Stände und bekommen einen Hotdog mit Oliven, Karotten, Kraut und haufenweise Röstzwiebel. Die Tauben- und Singvögelschar lässt uns seitdem nicht mehr aus den Augen.
Endlich kommt die Sonne heraus und wir schnappen uns bei dem noch immer einzigen Café ein Eis. Dann schnappen wir uns das Auto, um noch ein paar schöne Aussichtspunkte anzufahren. In Arrifes (einem Vorort von Ponta Delgada) gibt es laut Reiseführer schöne Windmühlen zu bestaunen, aber das Straßennetz ist so schlecht beschildert (und in unseren Straßenkarten schlichtweg nicht vorhanden), dass wir nur mit allerlei Umwegen unseren Weg wieder aus Arrifes heraus finden.
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Die Landschaft in der Mitte der Insel erinnert an Irland.
Wir fahren den Berg immer weiter hinauf, bis wir am Aussichtspunkt von Sete Cidades (= "Sieben Städte"), einem Dorf in Mitten eines riesigen Vulkankraters, ankommen. Der Ausblick ist hier wirklich phänomenal, da zum Einen der Blick auf die Caldeira mit den zwei Seen und zum Anderen die Sicht auf den Sonnenuntergang über dem Meer neben der Stadt Varzer lockt.
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Blick auf die Caldeira von Sete Cidades mit dem blauen und dem grünen See.
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Nach einer kurzen Foto-Session fahren wir mit dem Mietwagen die Buckelpiste direkt auf dem Kraterrand. Der Weg ist schmal und weder geteert, gepflastert noch umzäunt, weswegen wir diese Strecke niemals bei völliger Dunkelheit hätten befahren können. Im ersten und zweiten Gang quält sich das Auto die stetig wechselnden Höhenmeter entlang bis wir wieder am Fuß des Kraters sind.
Wir machen in der hereinbrechenden Dunkelheit einen Abstecher zum Aussichtspunkt "Miradeuau Escalvado", wo ein schönes Panorama lockt, während es aber bereits fast Nacht und recht kühl geworden ist. Leider gelingt uns kein schönes Foto, da es schlichtweg zu dunkel ist und ich kein Stativ besitze.
Das Abendessen verbringen wir in einer kleinen Pizzeria in der Nähe unseres Hotels. Auch hier ist die Hauptattraktion ein lauter Fernseher mit Popmusik. Wir warten fast eine Stunde auf unsere Pizza. Während ich in jedem Satz mit "Sir" angesprochen werde, wird meine Begleitung nahezu ignoriert. Wir verabschieden uns ("Thank you, Sir") und beschließen, morgen die Wandertour bei Sete Cidades zu bestreiten.

Donnerstag, 7. November 2013

Fischfang bei Agua de Pau

Wir beginnen den Tag mit dem Schreiben des Logbuchs und begeben uns anschließend in die Innenstadt für einen kleinen Stadtbummel. Bei dem scheinbar einzigen Café neben der größten Stadtkirche machen wir Halt und lauschen einem Sänger mit Gitarre. Dessen Repertoire umfasst aber leider nur einen einzigen Song, den er dafür aber extrem leiert und ständig wiederholt.
Wir brechen auf und machen beim nahe gelegenen Lagoa einen Zwischenstopp an der Küste. Wir sitzen auf Vulkangesteinsbrocken und schauen auf Ponta Delgada.
Wir fahren ziellos weiter, bis wir mit dem Auto im Inneren eines Vulkankraters das kleine Dorf Agua de Pau entdecken. Auffällig ist eine interessante Kirche, die außen mit blauen Fliesen bedeckt ist. Direkt daneben befindet sich ein kleines Café und ein großer Steg mit einem künstlichen Pool.
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Während meine Begleitung kurz im Café ist und ich mir den kleinen Bootshafen anschaue, grinse ich (freundlich) einen vorbeilaufenden Einheimischen an. Er fragt mich woher ich komme und teilt mir in gebrochenem Englisch mit, dass er ein Boot besitzt. Ich könne auch mitkommen, sagt er. Wir überlegen nicht lange und sagen zu.
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Fischerboote
Circa 20 Minuten später wird es wahr: wir klettern an Bord seines kleinen Fischkutters und setzen uns auf den Bug, während die Fischer sich sammeln und erste Vorbereitungen treffen.
Bei Anbruch der Dämmerung geht es tatsächlich los. Der Dieselmotor läuft an und wir fahren zusammen mit 10 Fischern (Fische fangen ist Männersache) auf's Meer, die sich bei Fahrtbeginn bekreuzigen. Voran fährt ein Beiboot, welches mit einer starken Lampe und Ködern die Fische anlockt.
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Andere Fischer haben nicht so viel Glück.
Wir treffen auf ein anderes Fischerboot, die gerade ihr Netz einholen und nichts als drei Fische und einen Turnschuh gefangen haben. Die Stimmung an Board ist trotzdem noch ausgelassen und die Fischer albern herum, indem sie ein TV-Interview simulieren. Vermutlich machen sie sich über meine Kamera lustig, mit der wir fasziniert Fotos von einem echt traumhaften Sonnenuntergang machen.
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Dann wird es allmählich ernst und der Kutter zieht enge Kreise um das Beiboot. Es ist mittlerweile stockdunkel draußen, weswegen ein grelles Arbeitslicht angeschaltet wird. Endlich meldet der Kapitän, dass auf dem Radar genug Fische zu sehen sind und die Fischer lassen ein großes Netz ins Wasser, das sie kreisförmig um das Beiboot ziehen. Die Stimmung ist angespannt und jeder arbeitet rasch und routiniert.
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Wir sind nicht die einzigen, die heute ihr Glück versuchen.
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Das Beiboot füttert den Scharm an.
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Das Netz wird ausgelegt.
Dann geht alles sehr schnell: Das Netz wird zugezogen und langsam eingeholt. Schnell erkennen wir, dass sich darin Tausende von Fischen (größtenteils Sardinen) befinden. Es ist ein so großer Schwarm, dass unser Kutter diesen unmöglich alleine abtransportieren kann und so werden weitere Fischerboote herbeigerufen, die dann eilig mit großen Keschern die Fische aus dem Netz in ihre Bottiche heben. Ganze drei Fremdboote können so an diesem Abend ihren Fang erheblich aufstocken.
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Der Fang ist so groß, dass er für 4 Boote ausreicht.
Dann fahren wir schnell zurück Richtung Hafen, wo dann im Eilverfahren die teilweise noch zappelnden Fische nach Art und Größe in Kästen sortiert werden. Wir werden herzlich verabschiedet um geben dem Kapitän eine kleine Spende für die tolle Erfahrung. Er bietet uns an, dass wir jederzeit gerne wieder kommen können und beteuert, dass wir "alle eine große Familie" sind.
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Die Fische werden nach Art und Größe sortiert.
Nach der Rückfahrt mit dem Auto essen wir erneut in dem kleinen sympathischen Restaurant, wo ich den leckersten gebratenen Tintenfisch meines bisherigen Lebens genieße. Wow, was für ein Tag!

Mittwoch, 6. November 2013

Wanderung am Lagoa de Furnas

Nach dem Frühstück schlüpfen wir in unsere Wanderklamotten und fahren an der Südküste entlang. Bei Sao Roque erblicken wir einen großen Sandstrand, während gleichzeitig die Sonne richtig herauskommt. Diese Chance nehmen wir bei der Hand und genießen den riesigen Vulkansandstrand für uns alleine. Einzig zwei Surfer und zwei sportliche Seniorenherren sind noch sichtbar. In der Hauptsaison dürfte hier extrem viel los sein.
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Wir beobachten den dramatischen Auftritt der Naturschutzbehöre, die ein paar graubraune Möwen freisetzt, indem sie diese aus den Käfigen nehmen und in die Luft schmeißen. Nach einer kleinen Fotosession auf einem alten Militärbunker fahren wir weiter an der Küste entlang; vorbei an Dörfern ohne Bürgersteig und vielen Gärten mit Palmen und vielen bunten Pflanzen.
Eigentlich wollen wir heute nach Nordeste, aber die Fahrt durch die kleinen, gewundenen Straßen kostet zu viel Zeit, sodass wir unterwegs beschließen, die verbleibenden 4 Stunden Tageslicht für eine Wanderung um den Lagoa de Furnas zu nutzen.
Dort angekommen, begegnet uns ein unangenehmer Geruch und hinter dem Parkplatz steigen große weiße Dunstwolken auf. Es riecht hier stark nach Schwefel und wir fühlen uns sofort an Rotorua erinnert, während wir auf die blubbernden Pfützen und Wasserlöcher schauen.
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Bei diesen Schwefelmulden werden Erinnerungen an Rotorua wach.

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Der Lagoa de Furnas

Es gibt auch einige von Hand angelegte Löcher. In diese stecken die Einheimischen Eimer mit Nahrungsmitteln, um diese zu erhitzen während sie einen Spaziergang um den See machen.
Der Weg verläuft direkt am See entlang, vorbei an Mischwald, der sporadisch mit Bambus und Farnen versetzt ist.
Unterwegs begegnet uns eine kleine Katze, die stark hustet und ausgehungert ist. Auch gestern ist uns bereits aufgefallen, dass es auf Sao Miguel viele Katzen gibt, die sich unkontrolliert vermehren und vermutlich während der Hauptsaison von Touristen gefüttert werden bzw. sich von deren Abfällen ernähren.
Anschließend stoßen wir auf eine alte Kirche, die so gar nicht dem sonst üblichen Baustil der Kirchen entspricht. Sie ist komplett mit Moos und Flechten überzogen und verleiht der Szenerie am bewölkten See etwas Verträumtes.
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Wir umrunden den See und fahren anschließend durch das kleine Dörfchen Furnas. Es wirkt absolut trostlos: es gibt zwar ein paar Hotels, aber keine Cafés oder Restaurants oder sonstige Einkaufsmöglichkeiten.
Im Regen setzen wir unseren Weg fort und fahren an die Nordküste, wo wir einen wolkenbedeckten Sonnenuntergang über dem Meer erleben, der komplett in roten Pastellfarben gehalten ist.
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Auf der Rückfahrt und wieder in Ponta Delgada, fahren wir durch einen etwas urbaner wirkenden Stadtteil, der stark an Las Palmas erinnert: viele Hotelbunker, die sich an einer langen Straße ohne Profil anreihen.
Wir probieren die Hotelküche aus und bekommen ein Stück panierter Schuhsohle (angeblich Huhn), die lieblos auf Spiralnudeln gelegt wurde, serviert. Vielleicht sollten wir doch noch einmal die lokalen Restaurants erkundschaften...
Den kulinarischen Schock kompensieren wir mit zwei Cocktails auf der Dachterrasse, wo wir die Nacht ausklingen lassen und uns auf den nächsten Tag freuen.

Dienstag, 5. November 2013

Wanderung nach Relva

Diesmal stehen wir früher auf und genießen ein ausgiebiges Frühstück (natürlich mit Waffeln). Anschließend suchen wir eine kleine Autovermietung auf. Der Vermieter ist alleine im Büro und sehr froh, jemanden zum Reden zu haben. Er erzählt uns Vieles über seine Insel, gibt uns Reisetipps und warnt uns vor zwei gefährlichen Strecken. Anschließend leihen wir einen Suzuki Alto, der von seiner letzten Fahrerin einige üble Schrammen bekommen hat, aber ansonsten noch völlig fahrtüchtig ist. Außerdem ist er trotz Vollkaskoversicherung sehr günstig.
Wir fahren zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt und beginnen dort unsere Wanderung nach Relva. Relva ist ein wirklich kleines Dorf, dass nicht mit einem Auto erreicht werden kann. Nur zu Fuß, mit einem Reittier oder vom Seeweg aus kann dieses kleine Dorf, welches Wein und etwas Gemüse anbaut, erreicht werden.
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Der Weg führt stetig abwärts in Richtung Küste - vorbei an dichtem Sandgestein, zwei Eseln und wild wuchernden Sträuchern mit Kaktusfeigen. Ich öffne vorsichtig eine der stacheligen, roten Früchte und wundere mich über den faden Geschmack. Dafür habe ich viele der winzigen (aber sehr schmerzhaften) Stacheln in meinen Fingern.

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Kaktusfeigen haben fiese Stacheln.
Wir wandern direkt an der Küste entlang und begegnen drei Einheimischen, die tatsächlich einen Esel als Reittier benutzen.
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Der Esel ist das einzige Transportmittel für den Weg nach Relva.
Wir wandern weiter - vorbei an kleinen Gärten, Stufenterrassen und machen bei einer Hausruine Rast. Den Blick auf das Meer mit endlosem Horizont geben wir erst auf, als ein leichter Sprühregen einsetzt und wir denselben Weg nach oben zurückgehen.
Wir fahren an der Küste in Richtung Westen weiter. Die kleine Landstraße ist sehr kurvenreich und oft so steil, dass wir nur im 3. Gang fahren können. In Ponta de Ferraria machen wir Halt. Hier gibt es eine heiße Quelle, die ins Meer mündet. Wenn die See ruhig ist, so baden hier häufig Touristen und Einheimische. Große Parkplätze und ein Restaurant lassen erahnen, dass es in der Sommerzeit hier hoch hergeht. Als wir endlich den steilen Weg nach unten geschafft haben, hat das Restaurant jedoch geschlossen und es ist kaum jemand zu sehen. Wir setzen uns auf das rauhe Gestein und bestaunen die heranrollende Gischt. Zum Baden ist es definitiv zu kalt.
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Küste mit warmer Quelle bei Ponta de Ferraria

P1020441a Wir fahren weiter durch die vielen winzigen Dörfer mit ihren Straßen ohne Gehweg. Wir haben Hunger und suchen ein Restaurant, aber die Bewohner scheinen entweder nicht essen zu gehen oder machen das woanders. Zumindest führen die "Centro"-Schilder stets zu einer Dorfkirche ohne nennenswerte Geschäfte in der Nähe.
In Mosteiros (in etwa der nordwestlichste Punkt von Sao Miguel) finden wir endlich ein Restaurant. Es scheint noch geschlossen zu sein, aber die Besitzerin bittet uns herein. Wir sind die einzigen Gäste und mit der Besitzerin und einer Köchin (?) alleine in dem lieblos eingerichteten Raum. Während der Essensvorbereitung dröhnt ein Fernseher mit einer portugiesischen Soap-Opera, der die beiden Frauen angespannt folgen, bis das laute "PING" einer Mikrowelle sie wieder unterbricht und uns unser Essen serviert wird. Es schmeckt so furchtbar, wie es lieblos aussieht und gebracht wird. Ihr Fleisch hat Schuhsohlencharakter und mein Gemüse ist innen noch gefroren. Als ich dies freundlich gegenüber der Köchin erwähne, sagt sie nur "I tried to make it warm" und dampft dann beleidigt zurück zu ihrer Soap-Opera. Wir fühlen uns insgesamt eher wie die unliebsamen Eindringlinge in einer russischen Autobahnraststätte als wie willkommene Gäste in einem Restaurant und brechen bald auf.
Es ist inzwischen draußen komplett dunkel und wir fahren auf der Landstraße durch die verlassenen Dörfer. Es ist kaum ein Mensch zu sehen, obwohl es erst 19:00 Uhr ist. Wieder im Hotel nehmen wir eine grobe Reiseplanung vor, bis ich erschöpft ins Bett falle.

Montag, 4. November 2013

Erkundung von Ponta Delgada

Wir wachen um 9:40 Uhr und stellen erschrocken fest, dass wir noch 20 Minuten haben, um etwas vom Frühstück zu bekommen. Wir hetzen in den Speisesaal und bekommen von den freundlichen Mitarbeitern sogar frisch gezauberte Waffeln mit Ahornsirup angeboten. Ansonsten gibt es frische Früchte und das übliche Hotelfrühstücksbuffet sehr lockeren Brötchen und starkem Kaffee. Wir echauffieren uns ein wenig über die weit nach 10:00 Uhr eintreffenden Frühstücksgäste und beginnen unseren Spaziergang am Hafen entlang. Es gibt verstreut ein paar kleinere Parks mit vielen Palmen, ein großes Kriegsmuseum direkt neben dem Hafenwall, der mit großen Betonwellenbrechern und Lavagesteinsbrocken vom Meer getrennt ist.

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Der Hafenbereich wird durch die Wellenbrecher nicht gerade romantischer.
Wir haben bislang noch kein einziges Café gesehen und machen in einem Burger King Halt. Wir folgen unserem Dumont Reiseführer und suchen einen großen botanischen Garten. Auf dem Weg dorthin fällt uns der Zustand der Häuser in den engen Straßen auf. Alle Häuser grenzen direkt aneinander, es gibt keinen Zwischenraum. Gut erhaltene Häuser grenzen direkt an verfallenen "Ruinen" und die mit einfachen Mosaiken verzierten Bürgersteige verengen sich bisweilen zu 10cm breiten Steinreihen, neben denen die Autos vorbeiheizen.
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Endlich finden wir den großen Park. Der Pförtner ignoriert uns erst einmal 5 Minuten komplett, während er telefoniert. Danach sagt er "it's closed". Aha. Wir müssen also ein anderes Mal unser Glück versuchen und laufen weiter zum nächstgelegenem Park.
Dieser beginnt mit einer kleinen Burg aus Tuffgestein und ist wunderschön angelegt. Viele kleine Wege führen durch in Stein gehauene Grotten vorbei an dichter, exotischer Vegetation und gewaltigen Bäumen.
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Gummiebäume wie dieser können gewaltige Wurzeln entwickeln.
Wir beschließen, uns mit etwas Proviant einzudecken und finden einen winzigen Supermarkt, der an eine heruntergekommene Version eines Schlecker-Marktes erinnert: Die Tiefkühltruhen sind in schimmelndes Holz eingefasst und die Nahrungsmittel stapeln sich in staubig-klebrigen Regalen. Etwas unentschlossen kaufen wir nur eine eingeschweißte Packung Kekse und ziehen weiter. In einem anderen Supermarkt sieht es ordentlich aus und wir bestaunen die lokalen Früchte (Bananen, Ananas, Anonas, Sharons), die zwar nicht der DIN genügen würden, aber dafür wirklich frisch und zudem echt günstig sind.
Am Abend finden wir ein kleines, aber sehr nettes Restaurant in einer Seitengasse. Es hat ein schönes Ambiente und sehr aufmerksames Personal - hier sind wir bestimmt nicht zum letzten Mal gewesen.

Sonntag, 3. November 2013

Flug nach Sao Miguel

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir mit dem Zug zum Flughafen. Wir müssen zwei Stunden vor Abflug da sein, da unsere Airline (SATA International) leider keinen Online-Check-In für Frankfurt anbietet.
Das Flugzeug ist recht klein und eigenwillig. So wird für die ersten zehn Minuten lang laut eine Art Hitparade aus den 80ern gespielt, bis uns drei Stewards dann ein schreckliches Essen bringen. Der Flug dauert 4 Stunden und verläuft fast komplett über dem Atlantik. Selbst wenn die Wolkendecke unter uns aufbricht, so gibt es nichts als das weite Meer zu sehen.
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Im kleinen Flughafen bei Ponta Delgada angekommen, buchen wir ein Shuttle und kommen so sehr günstig zu unserem Hotel. Es ist 17:00 Uhr Ortszeit und die Dämmerung setzt bereits ein.
Das Hotel ist eine Art ehemalige Villa im Zentrum der Altstadt. Von unserem rustikalen aber ordentlichen Zimmer aus können wir das Meer sehen. Auf dem Dach gibt es einen Pool und ein kleines Fitness-Center.
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Wir richten uns grob ein und machen einen kleinen Abendspaziergang entlang der Straße bei unserem Hotel. Die Straße extrem extrem eng und die Bürgersteige sind oft so schmal, dass wir kaum nebeneinander laufen können. Die Geschäfte scheinen sich auf den üblichen Touristenquatsch ausgerichtet zu haben und bieten hauptsächlich eine Kombination aus Spielzeug, Heiligenfiguren, Souvenirs und anderem Ramsch.
Da wir uns in der Nebensaison befinden, sind aber kaum Touristen unterwegs. Auch die Anzahl der Restaurants die wir finden, lässt sich an einer Hand abzählen. Wir entscheiden uns für ein kleines Fischrestaurant am Hafen und bekommen ein Hauptgericht + Brot mit einer Art Hüttenkäse + Tagessuppe + Getränk für insgesamt 22 EUR. Wenn das Essen hier immer so billig ist, kann es ja losgehen. :-)
Interessant ist die Kombination aus Reis mit Pommes Frittes, aber der Fisch und der Wein sind so gut, dass uns das nicht weiter stört. Allerdings ist das Restaurant nicht gerade romantisch - ein laut laufender Fernseher mit einer Sportübertragung und laut redendem Personal stellen die einzigen Umgebungsgeräusche dar.
Wieder im Hotel kämpfen wir ein wenig mit den fünf Lagen dünner aber stramm gesteckter Bettwäsche und schlafen dann erschöpft ein.