Dienstag, 6. November 2012

Sightseeing in Picton

Ich stehe, noch muede vom gestrigen Schnarchorchester, gegen 10:30 Uhr auf, beisse in einen Muesliriegel und verlasse das Hostel. Vor der Tuer trifft mich fast der Schlag: Picton ist wunderschoen und von einer hohen, gruenen Bergkette umgeben! Das konnte ich gestern nicht sehen, da bei der Ankunft der Faehre bereits alles dunkel war.
Ich bewege mich in Richtung Innenstadt, stosse auf ein i-Site und erkundige mich nach Moeglichkeiten fuer Wanderwege. Angeblich gibt es noerdlich einen beruehmten Walk, der ca. 4 Tage dauert. Ich halte mich fuer stark und buche den Walk fuer 3 Tage. 112 NZD aermer erforsche ich den Rest der Stadt und gerate so an einen schoenen Hafen, wo ich fuer eine Weile die Sonne an einem kleinen Strand geniesse.



Dann packt mich wieder die Unruhe und ich suche mir in einer kleinen anderkarte eine Wanderroute heraus, die angeblich 3,5 Stunden pro Richtung benoetigt.
Der Weg fuehrt mich an der Hauptstrasse von Picton entlang. Die Einwohner hier haben wirklich einen tollen Blick auf den Ozean und weitlaeufige Berglandschaften. Der tatsaechliche Wanderweg ich durchschnittlich steil und sehr einfach zu gehen, sodass ich mit meinen Strassenschuhen bequem vorwaerts komme. Unterwegs treffe ich auf den US-Amerikaner Keith (ca. 40 J.), der die gesamte Suedinsel in 8 Tagen bereisen will; das duerfte sich als schwierig gestalten oder zumindest sehr oberflaechlich werden.
Blick in Richtung auf die Queen Charlotte Sounds.
An einem kleinen Strand (Bob's Bay) lege ich eine Pause ein und schaue den grossen Faehren beim Auslaufen aus Picton zu. Ohne Essen oder Getraenke im Rucksack folge ich dem mittlerweile schmal gewordenen Pfad und habe eine fantastische Aussicht auf eine fjord-aehnliche Bucht nach der anderen. Die Spitze, hier "The Snout" genannt, bietet trotz des starken Seewinds eine windstille Stelle und so setze ich mich hin und lasse meinen Blick ueber das Meer schweifen.
Ausblick vom Punkt "The Snout".
Es dauert nicht lange, bis ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung ausmache: Delphine! Nur wenige Meter von mir entfernt tauchen 2 Delphine wie ein Paar gemeinsam auf und ab. Leider will es mir nicht gelingen, ein Foto/Video von ihnen zu erstellen, da sie jedesmal wonanders auftauchen.
Ich trete den Rueckweg an, variiere die Wanderwege und laufe entlang der benachbarten Stadt Waikawa zurueck nach Picton. Nach einem ausfuehrlichen Mahl bei Subway (erste Mahlzeit an diesem Tag), besuche ich ein Internetcafe, um meine SD-KArte aufzuraeumen. Anschliessend gehe ich in einen Supermarkt und decke mich mit einfach zu verzehrenden Nahrungsmitteln fuer die grosse Wanderung ein.
Wieder im Hostel komme ich genau richtig fuer die taegliche, kostenfreie Portion Schokopudding mit Eiscreme. Ich lerne Nadja (19 J.) und Elisa (26 J.) aus Deutschland kennen und wir plappern vergnuegt bis in die Nacht hinein.
Ich will mich gerade schlafen legen, als ich auf meinen Zimmerkumpanen Thomas (ca. 43 J., Deutschland) treffe und dieser mich auf ein Dosenbier einlaedt. Mir schmeckt zwar noch immer kein Bier, aber wir unterhalten uns so lange (Thomas hat ein interessantes Leben voller kleiner Jobs in der ganzen Welt hinter sich), bis ich erschrocken feststelle, dass mir nur noch 5 Stunden Schlaf bleiben, wenn ich das fruehe Wassertaxi am naechsten Morgen erreichen will.

Montag, 5. November 2012

Te Papa und Fahrt nach Picton

Ich treffe mich morgens mit Mira am Fruehstuecksraum, checke aus und gehe dann mit ihr ins Te Papa-Museum. Ich dachte zuerst, dass ich bereits alles gesehen haette, aber ich habe mich getaeuscht: es gibt noch etliche Gaenge, Schaukaesten und sogar eine Mischung aus Kino und Animationstheater.
Das Museum bietet viele technologische Spielereien, die nicht nur fuer Kinder interessant sind. :-)
Diese Schaetzchen in einem Museum zu finden, laesst mich irgendwie etwas altern...
An einem sonnigen Tag ist der Hafen von Wellington sehr angenehm.
Nach diesem interessanten Aufenthalt gehen wir in die trotz Sonntag belebten Strassen und betrachten das Stadtleben. Nach einem koestlichen Mahl bei einem Asiaten setzen wir uns an den Hafen, lauschen der leisen Musik und lassen uns die herrliche Sonne ins Gesicht scheinen. Dann wird es fuer mich Zeit, zur Faehre zu gehen. Waherend wir uns verabschieden, erzaehlt mir Mira, dass sie niemals Fotos macht und ihre Mutter daher immer meinen Blog liest. An dieser Stelle daher ein herzliches Hallo an Miras Mutter! :-)
Ich erreiche gerade passend den Hafen. Leider stehe ich vor dem falschen der zwei existierenden Faehrunternehmen und renne (mit 2 schweren Rucksaecken bepackt) die Hafengegend entlang. Etwas ratlos, bleibe ich kurz stehen. Da kurbelt ein Autofahrer die Scheibe herunter, fragt mich nach meinem Ziel und nimmt mich dann einfach mit. Wie sich herausstellt, arbeitet er fuer das Konkurrenzunternehmen... :-)
Meine Faehre kommt 20 Minuten zu spaet und somit ist alles im Lot. Das Schiff ist riesig. Ich schaffe es, als einer der ersten durch die Gangway zu gelangen und ergattere einen der heiss begehrten Plaetze an der Front im obersten Stockwerk. Durch die Groesse des Schiffs ist der Wellengang waehrend der 3,5 Stunden Ueberfahrt kaum bemerkbar. Am Zielhafen angekommen (es ist bereits dunkel), werde ich vom Hostel abgeholt und ich verbringe den Abend vor dem Kaminfeuer damit, die Karte der Suedinsel zu studieren. Im Zimmer erwartet mich ein abnormal lautes Schnarchkomitee.

Sonntag, 4. November 2012

Regen in Wellington

Es giesst den ganzen Morgen ueber in Stroemen und ich verbringe den Tag mit Lesen. Ein 5-minuetiger Gang zum nahegelegenen Supermarkt bewirkt, dass ich vollstaendig durchnaesst bin. Am Nachmittag hole ich Mira vom Bahnhof ab und laufe mit ihr durch den Regen am Hafen entlang in die Innenstadt.
Ausblick vom Wellingtoner Hafen.
Wir fragen uns zu einer guenstigen Pizzeria ("Domino's") durch, gehen einkaufen und verbringen den restlichen Abend im Hostel.
In meinem Zimmer treffe ich kurz auf meine Raumpartner, die ich sonst nur als schlafende Alkoholleichen kenne. Sie sind bereits heftig angetrunken und wollen jetzt (es ist ca. 0:00 Uhr) noch einmal in die Pubs ziehen, um ihr restliches Geld vor der Heimreise zu verprassen. Ich wuensche ihnen viel Glueck und freue mich ueber ein Einschlafen ohne stoerendes Schnarchorchester.

Samstag, 3. November 2012

Strassenfest und Nacht der Toten

Ich stelle morgens fest, dass das Wetter nicht gerade gemuetlich ist und beschliesse, diesen Tag ruhig angehen zu lassen. Ich verbringe den Vormittag damit, das Tagebuch zu aktualisieren und laufe dann ziellos in die Innenstadt. Einer Intuition folgend betrete ich eine unaufaellige Tuer, an der ein Kino-Logo prangt und befinde mich mit einem Mal in einer grossen Mall mit vielen Schnellrestaurants, bequemen Sitzen und einer Art Showbuehne, wo gerade ein Werbefilm mit zwei kleinen Ballerinas gedreht wird.
Ich ueberfliege die Liste der Kinofilme und stelle fest, dass hier selbst frueh am Nachmittag Horror- und Slasherfilme laufen. Ich setze mich in Paranormal Activity 4 und bin mit drei weiteren Jungs alleine in dem riesigen Saal. Anschliessend gehe ich kreuz und quer durch die Stadt bis ich so hungrig bin, dass ich es nicht mehr aushalte. In einer Seitengasse sehe ich zwei kleine Buden mit afrikanischen Speisen. Scheinbar findet in dieser Gasse so eine Art Mini-Afrika-Fest statt. Ich hoere/spuere sofort den Djembes typischen Klang und folge ihn zu einer kleinen Fressbude, wo daneben drei Maenner sitzen, trommeln und singen. Nach drei Sekunden Zuschauen winkt mich auch schon einer zu sich und deutet auf eine unbenutzte Trommel. Ich zoegere nicht lange und spiele mit ihnen.
Wir hauen kraeftig auf die Ziegenfelle, der Saenger singt aus Leibeskraeften und immer mehr Menschen treten heraus, um uns zuzuhoeren. Ich grinse bis ueber beide, vergesse den Hunger und spiele mit ihnen fuer etwa 3 Stunden ununterbrochen durch. Im Laufe des Abends erscheinen immer haeufiger Menschen mit Gesichtern, die wie Totenkoepfe angemalt sind und eines dieser Zombie-Girls tanzt besonders auslgelassen zu unseren Improvisationen.
Um 22:30 Uhr ist der Zauber vorbei, da die Buden wegen der Abendruhe geschlossen werden muessen. Alle sind happy, stellen sich mir vor und bedanken sich fuer das gemeinsame Spiel. Ich fuettere meinen Magen mit einer kostenlosen Riesenportion afrikanischen Gemueses und unterhalte mich mit Shelley (16J.) und ihrer Mutter Stella (ca. 42J.) aus Namibia.
Die beiden haben noch viel vor und laden mich ein, sie zum Fest der Nacht der Toten zu begleiten. Ich ignoriere meine Muedigkeit und die schmerzenden Haende und gehe mit den beiden in eine Art Club, wo eine mexikanische Band (natuerlich mit Totenkopfgesichtern) bereits feurige Salsa-Musik spielt.

Ich tanze mit den beiden bis ich wirklich muede bin, hoere der Musik zu und beobachte fasziniert einige Paare, die wirklich exzellent tanzen koennen. Das Zombie-Girl von vorhin scheint eine echte Rampensau zu sein und tanzt barfuss zwischen den Musikern auf der Buehne herum. Obwohl die Stimmung noch immer ausgelassen ist, verabschiede ich mich von Stella und Shelley, die mich gleich noch auf eine Party fuer Samstagabend einladen. Ich laufe durch die windige Nacht zum Hostel, versuche am Hafen die Lichterstimmung mit der Kamera einzufangen und bin gespannt, was der naechste Tag bringen wird.


Freitag, 2. November 2012

Halbzeit

Wegen des etwas trueben Wetters mache ich heute mal nichts Besonderes. Ich hole die nicht erfasste Zeit im Tagebuch nach, schaue mir in der Innenstadt am hellichten Tag einen Horrorfilm an (und bin dabei fast alleine im Kino) und schlendere durch die belebte Innenstadt.
Da nutze ich doch mal die Gelegenheit fuer ein Zwischenfazit im Internetcafe:

Ich bin jetzt einen Monat lang in NZ und habe somit die Haelfte meines Urlaubs hinter mir. Rueckblickend gibt es einige Dinge, die mich beschaeftigen:

  • Die Menschen hier sind wirklich deutlich freundlicher und hilfsbereiter als in Deutschland. Das ist schon ziemlich ernuechternd. Ich hoere von ueberall, dass die Menschen auf der Suedinsel noch freundlicher sein sollen, kann mir aber derzeit keine (ertraegliche) Steigerung vorstellen.
  • Es hat eine Weile gedauert, aber ich habe mittlerweile den Linksverkehr verinnerlicht, sodass ich nicht mehr an jeder dritten Kreuzung beinahe ueberfahren werde. Auch das Autofahren hat besser geklappt, als ich urspruenglich angenommen habe.
    Die an und fuer sich logische Schlussfolgerung ergab sich mir etwas spaeter: auch die Fussgaenger tendieren hier zur linken Seite. :-)
  • Es sind erschreckend viele Deutsche in den Hostels. Somit sprechen die meisten Deutschen (die uebrigens im Schnitt ca. 19 Jahre alt sind) auch schoen bequem ihre Heimatsprache, was dem Auslandsaufenthalt meiner Meinung nach einen Teil des besonderen Flairs raubt.
  • Nahrungsmittel sind erschreckend teuer, die Kuechen sind meist nur spaerlich ausgestattet (es gibt oft nicht einmal Salz) und so verfallen viele Backpacker in eine Art Spaghetti-Reis-Trance. Vernuenftige Gerichte lassen sich nur zubereiten, wenn man in einer kleinen Gruppe kocht oder ein Auto besitzt, um die Reste der gewaltigen Portionen transportieren zu koennen.
  • Ich brauche noch etwas, um mich an das allgegenwaertige "How are you?" zu gewoehnen. In Deutschland habe ich mich auch immer gegen ein uninteressiertes "Wie geht's?" gewehrt, aber hier kann ich dem nicht entkommen. Es gibt nur eine Standardantwort: "Good. And you?"
    Sogar beim Passieren von absoluten Unbekannten wird dieser Satz gesagt und das Antwortspiel gespielt. Ich habe auch schon hektische Menschen im Supermarkt erlebt, die diese Floskeln abgekuerzt haben und dem Gegenueber die Antwort gleich abnehmen: "How are you? Good."
  • Die Stimmung in den Hostels ist stark davon abhaengig, wie die Kueche und der allgemeine Wohnraum organisiert sind. Je weitlaeufiger diese verteilt sind, um so unpersoenlicher ist die Stimmung und um so schwieriger ist es, Kontakte zu knuepfen.
  • Ich bin mittlerweile ganz gut im Backpackerleben drin. Ich weiss, wie ich meinen Rucksack packen muss, habe einen vernuenftigen Rhythmus fuer Alltagsdinge wie Waesche waschen gefunden und bin deutlich weniger scheu gegenueber neuen Hostels und bestehenden Menschengruppen geworden.
  • Internet ist hier noch immer so etwas wie ein Zauberwort. Die Verbindung ist meistens schlecht, bricht oft zusammen und/oder ist nur gegen gutes Geld verfuegbar. Noch nicht wirklich gewoehnen konnte ich mich an die amerikanische Tastaturbelegung. 
Morgen beginnt mein letzter vollstaendiger Tag auf der Nordinsel. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht, wen ich noch kennen lerne und welche Erfahrungen noch auf mich warten...

Parlament, Weta Caves und internationaler Abend

Morgens gehen Stijn und ich zum Parlamentsgebaeude und nehmen an einer Fuehrung teil. Auch diese Unternehmung ist vollstaendig kostenfrei und trotzdem macht der Fuehrer einen guten Job, erklaert alles ausfuehrlich und nimmt jede der aus der Gruppe beteiligten Nationen auf die Schippe. Interessant ist auch die Vorrichtung, mit der dieses Gebaeude vor heftigen Erdbeben geschuetzt wird. Leider ist es im gesamten Parlament untersagt, Fotos zu machen.


Nach 1,5 Stunden gehen wir zum i-Site, um nach moeglichen weiteren Aktivitaeten zu fragen. Der Tourismus in Wellington ist gross und so ist das Personal ziemlich ausgelastet. Stijn zieht es zu Kunstausstellungen, waehrend ich lieber den Machern von Herr der Ringe auf die Finger schauen moechte.
Wir trennen uns und ich fahre mit dem Bus in den Stadtteil Miramar. In dem ueber Oberleitung elektrisch betriebenen Bus wird auch hier nicht angekuendigt, welche Station als naechstes erreicht wird, doch eine aeltere Dame hilft mir gerne und informiert die Busfahrerin, dass sich "ein Tourist" an Bord befindet. :-) Etwas verwirrt aber gut gelaunt steige ich aus und laufe zu den Weta Caves. Dies ist eine Special Effects Werkstatt, die schon Filme wie Avatar, HDR, District 9 und Narnia unterstuetzt hat.
Von aussen wirkt das Gebaude relativ unscheinbar.
In dem kleinen Raum sind alle verfuegbaren Figuren von HDR, sowie diverse Waffen und Ruestungen von anderen Filmen ausgestellt. Lebensgrosse Darstellungen von Gollum, einem Ork und einem Uruk-hai sowie eine Filmvorfuehrung mit den Highlights runden das Bild ab.


Ich haette da einen Wunsch fuer meinen Schreibtisch...
Ich fahre mit dem Bus wieder in die Innenstadt und spaziere durch die belebten Fussgaengerzonen. Um 18:30 Uhr treffe ich mich mit Stijn, Jeremy und Keiji zum Abendessen. Wir gehen in ein gemuetliches asiatisches Restaurant mit fantastischem Essen, kostenloser Suppe und guenstigen Preisen. Wir reden ueber kulturelle Unterschiede und wundern uns ueber all die verschiedenen Braeuche und Vorstellungen. Keiji findet es zum Beispiel besonders bemerkenswert, dass die Busse hier oefters von Frauen gefahren werden und Jeremy fuehlt sich nicht wohl dabei, seinen Professor mit Vornamen anzusprechen.
Wir sind gut gelaunt und kehren in eine kleine Bar ein, die ich in der Form alleine niemals betreten haette: der Eingang liegt in einer abgelegenen Seitengasse und wir muessen ein enges, altes Treppenhaus hinauf steigen, um uns anschliessens bei schummrigen Licht auf die roten, etwas zerschabten Ledersitze zu setzen. Aber: es ist gemuetlich.
Keiji, Jeremy, ich und Stijn.
Stijn bleibt bei einem soliden Bier waehrend der Rest einen der exotischen Cocktails ausprobiert. Es wird ein wirklich netter und unterhaltsamer Abend und wenn die Asiaten morgen nicht in die Uni muessten, wuerden wir wohl noch laenger beisammen bleiben.
Es zieht alle anderen nach Hause, aber ich laufe noch eine Stunde durch die belebte Nacht, lausche mit einem Ohr den Live-Bands aus den Pubs und gehe in ein Internetcafe, um noch etwas an diesem Blog zu schreiben, bevor auch ich zurueck ins Hostel gehe.

Donnerstag, 1. November 2012

Te Papa Museum und botanische Gaerten

Ich wache gegen 8:00 Uhr auf und laufe am Hafen entlang. Wellington und seine Umgebung geben ein wirklich malerisches Bild ab: die Stadt umschliesst auf der einen Seite in einem Halbkreis einen grossen Hafen, waehrend sich auf der anderen Seite eine Art kleines Gebirge auftut, an dessen Schraege zahlreiche Haeuser und Villen einen Platz gefunden haben.



Die Sonne scheint warm auf die gepflegte Hafengegend und so setze ich mich fuer 2 Stunden mit diesem Tagebuch auf eine Bank. Danach treffe ich mich mit Stijn und wir gehen zusammen zum Te Papa-Museum (Maori: "dein Platz").
Der Eintritt ist kostenlos - und das, obwohl das Museum 6 Stockwerke hoch und exzellent gepflegt und organisiert ist. Wir arbeiten uns von oben nach unten vor. Jede Etage hat ein eigenes Thema: skurille Sammlungen, Kunst, Maori-Kultur, Erdbeben, Neuseeland, Tierwelt.
Nach drei unterhaltsamen Stunden gehen wir durch die Stadt, um auf den Aussichtspunkt des Mt. Victoria zu gelangen. Der Weg ist streckenweise etwas steil, erinnert aber insgesamt eher an einen Spaziergang durch den Park. Oben auf der Plattform geniessen wir die Aussicht, machen Pause und lernen dabei Jeremy (30J., Malaysien) und Keiji (30J., Japan) kennen.


Die beiden unterrichten hier in Wellington an der Universitaet, arbeiten auf einen Doktortitel hin und machen einen hochintelligenten Eindruck. Wir verstehen uns so gut, dass wir zusammen den Weg in die Innenstadt antrten und uns fuer morgen zum Essen verabreden.
Mit Stijn arbeite ich mich anschliessend viele Stufen zu den botanischen Gaerten hinauf. Diese sind zwar nett - mit vielen kleinen Pfaden zwischen Farnen und Palmen - aber auch nichts Dramatisches.
Blick von den botanischen Gaerten auf Wellington.
Den historischen CableCar lassen wir lieber andere fahren.
Schoene aber relativ undramatische botanische Gaerten bilden ein einfaches Naherholungsgebiet.
Wir entschliessen uns gegen eine Abfahrt mit dem historischen Cable Car und laufen quer durch Wellington, wo wir viele als Zombies und Vampire verkleidete Geschoepfe der fruehen Nacht erblicken; heute ist Halloween. Zurueck im Hostel machen wir uns etwas Einfaches zu Essen und gehen bald, vom langen Tag erschoepft, schlafen.