Donnerstag, 8. November 2012

Queen Charlotte Track - Tag 2

Nach einem kurzen Fruehstueck werde ich herzlich von Noelline (und Tappins) verabschiedet. Ich verstaue mein Gepaeck wieder am Steg und ziehe los. Der Anfang des Weges ist wieder steil, bis ich mich wieder auf den eigentlichen Pfad emporgearbeitet habe.
Noelline und Tappins.
Auf diesem Steg wartet mein gesamtes Reisegepaeck auf das Wassertaxi.
Wieder auf dem Hauptpfad, verraet mir das Schild, dass meine heutige Tagestour 9 Stunden dauern soll, also greife ich prompt mein Tempo von gestern wieder auf. Diesmal fuehrt der Weg am Hang/kurz unter dem Kamm des Berges entlang. Die fantastischen Aussichten auf den Ozean und die Berge machen das staendige Auf und Ab des Weges wieder wett. Unterwegs treffe ich auf insgesamt 8 Menschen, von denen zwei Frauen (aus Finnland) sogar Handschuhe tragen, waehrend ich nur im T-Shirt herumlaufe.
Dieser und andere Wekas lauern am Wegesrand, bis ein ahnungsloser Wanderer direkt an ihnen vorbei laeuft. Dann laufen sie laut schreiend davon.  Ich nenne sie jetzt nur noch "Heart-Attack Birds".

Ich laufe den Weg zwischen verschiedenen Waldabschnitten entlang und mache kurz Halt, als ich ein vertrautes Geraeusch hoere: mein Smartphone hat nach ueber 1,5 Tagen Abstinenz wieder Empfang! Ein paar E-Mails und sogar einen Anruf von Rike (was fuer ein Zufall!) spaeter, geht es weiter. Ich verliere jegliches Gefuehl fuer Weg und Zeit und laufe gedankenverloren den Kamm entlang, waehrend ich den Blick auf Picton geniesse.
Der Weg wird flacher und ich spuere, wie mir der stetige Abstieg in die Knie geht.
Dann entdecke ich ueberrascht ein Schild mit dem Namen meiner Unterkunft - das waren gerade mal 5 Stunden! Die Unterkunft besteht aus einer kleinen, aber perfekt (fast schon pedantisch) aufgeraeumten und organisierten Wohnung mit Ausblick auf das Meer.
Ausblick von meiner Unterkunft auf die Bucht "Portage Bay".
Mein Gepaeck wurde freundlicherweise bereits vom Steg abgeholt und steht in meinem Schlafzimmer neben dem Doppelbett. Ich bin noch fit und setze mich fuer 1,5 Stunden an einen kleinen Strand. Spaeter wieder in der Wohnung angekommen, treffe ich auf die zwei Finninnen, die fuer dieselbe Strecke 7,5 Stunden benoetigt haben. Ich koche mir ein paar Nudeln, sehe live Obamas Abschlussrede und schreibe in mein Tagebuch, waehrend sich die Damen bereits mit der einzigen Heizung in ihr Zimmer verzogen haben und mit lauten Schnarchgeraeuschen seelige Zufriedenheit aeussern (ich musste trotz separatem Raum den Fernseher lauter drehen).

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